Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Tanz und Bewegungskultur

Untersuchung des Bewegungsverhaltens und Körpererlebens männlicher Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung

Abstract Diplomarbeit – Christian Büning
In der vorliegenden Studie wurde das Körperbild und das Bewegungsverhalten von 16 männlichen Versuchspersonen erfasst. Konkret handelt es sich um acht Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung im Alter von 19 bis 44 Jahren, und einer gesunden Kontrollgruppe, die bezüglich Alter, Bildungsgrad, Tanzerfahrung und Body Mass Index auf die Patientengruppe angepasst wurde. Das Körperbild wurde anhand des Dresdner Körperbild-Fragebogens (DKB-35) evaluiert. Weiter absolvierte jeder Proband ein zehnminütiges Bewegungsprogramm, das sowohl strukturierte Bewegungsvorgaben, wie auch im zweiten Teil, Improvisationsaufgaben umfasste. Das Bewegungsverhalten wurde auf Video aufgezeichnet und in Folge von zwei trainierten Ratern ausgewertet. Die Auswertung des DKB-35 zeigt, dass das Körperbild der Patienten signifikant geringere Werte in den Bereichen Sexualität und Selbstaufwertung aufweist. Weiter fanden sich signifikante Unterschiede im Bewegungsverhalten zwischen den beiden Versuchsgruppen. So zeigen die Patienten mit BPS vorwiegend Bewegungsansätze, die im Vergleich zur Kontrollgruppe als gebundener und isolierter beschrieben werden können. Darüberhinaus sind die Bewegungsmuster und Bodenwege weniger komplex, sowie weniger raumgreifend. Die Ausführung wirkt insgesamt verlangsamt und von gestischer Darstellung in der Betrachtung durch geringere Gewichtswechsel. Korrelationen zwischen der Ausprägung der BPS, welche anhand der Borderline-Symptom-Liste (BSL-95) erfasst wurde und der Bewegungsmerkmale zeigten nur geringe Zusammenhänge. Die sich aus der Studie ergebenen Erkenntnisse rücken die Bedeutung des Körpers und seiner Bewegung in den Fokus der therapeutischen Aufmerksamkeit.

Abstract - Christian Büning

In the present study, body image and exercise behavior of 16 male subjects was covered. Specifically, there were eight patients with borderline personality disorder, aged 19 to 44 years, and a healthy control group matched in terms of age, level of education, dance experience and body mass index. Body image was evaluated by the Dresdner body image questionnaire (DKB-35). Each subject completed a ten-minute exercise program, which included structured motion patterns as well as improvisation tasks. Movement behavior was video recorded and evaluated by two trained raters. The evaluation of the DKB-35 shows that the body image of these patients shows significantly lower values ​​in terms of sexuality and self-appreciation. Further there were significant differences in movement behavior between the two experimental groups. The movement behavior of patients with BPS can be described as bound and isolated. In addition, the movement pattern and ground paths are less complex, and less extensive compared to the control group. Overall the movement execution speed is decreased and dominated in gestural representation as a result of less weight change. Correlations between the degree of the BPS, which was evaluated using the Borderline Symptom List (BSL-95) and the movement characteristics showed only low correlations. The disputes arising from the study findings underlines the importance of therapeutic attention with focus on the body and its movement.

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